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Papageien als Heimtiere

Natürlich gehören auch Nymphen- und Wellensittiche wie alle anderen Sittiche zu den Papageien. Ihre Haltung haben wir in eigenen Kapiteln beschrieben.

Ob ausser Nymphen- und Wellensittich noch andere Papageien- bzw. Sitticharten für die Haltung als Heimtier in Frage kommen, wird von den meisten Tierfreunden sehr kritisch gesehen: Eine wirklich artgerechte Haltung ist in der Regel bei Papageien im Haus nicht zu realisieren. Aber man kann nicht verkennen, dass Papageien als Heimtiere recht begehrt sind und deshalb wollen wir dazu auch einiges schreiben.

Obwohl natürlich alle Sittiche Papageien sind, werden wir im folgenden unter der Bezeichnung nur die Papageienarten behandeln, die nicht zu den Sittichen gehören, insbesondere Graupapageien, Amazonen, Kakadus und Aras. Denn dies sind die Arten, die am häufigsten als Heimtiere gehalten werden.

Kakadus sind beliebte Heimtiere

Die meisten Papageienarten stehen unter dem Schutz des Washingtoner Artenschutzabkommens und dürfen nicht mehr der freien Natur entnommen werden. Allerdings werden sie regelmässig in Deutschland nachgezüchtet.

Die Nachzucht in Deutschland geschieht auf zwei grundsätzlich verschiedenen Wegen: Ein eher kleiner Teil der Jungvögel stammt aus Zuchten, in denen die Alttiere ihre Jungen selbst grossziehen. Die Jungvögel verfügen bei dieser Form der Naturbrut dann i.d.R. über das gesamte arteigene Verhaltensrepertoire und sind auch selbst in der Lage, wieder Nachkommen zu haben.

 

 

Der grössere Teil der Jungvögel stammt aus sog. Handaufzucht: Die Eier werden den Alttieren weggenommen und künstlich erbrütet und von Hand aufgezogen. Da die Eltern ein Nachgelege tätigen, lässt sich die Zahl der jährlich produzierten Jungvögel erheblich erhöhen. Ausserdem bleibt es meist nicht bei einem Nachgelege und die Aufzucht der jungen Papageien ist für erfahrene Vogelzüchter ziemlich leicht und sicher zu bewerkstelligen: Man kann den Gesundheitszustand der Jungvögel optimal überwachen, kann die Aufzucht fotografisch dokumentieren und die Kennzeichnung (Beringung) problemlos durchführen. Ein erfahrener Vogelpfleger hat bei der Handaufzucht kaum Verluste.

Man kann das alles natürlich auch mit Eiern machen, die von geschäftstüchtigen Händlern in den Heimatländern aus den Nisthöhlen geraubt werden, denn die Eier überstehen den Transport nach Deutschland (gerne über den Umweg über andere EU-Staaten) ohne weiteres . . . .

Immerhin ist es auffällig, dass von recht wenigen zuchtfähigen Altvögeln in Deutschland ziemlich grosse Mengen an Jungvögeln produziert werden.

Übrigens: In Österreich sind Handaufzuchten von Papageien aus kommerziellen Gründen seit 2004 verboten.

 

Für und Wider die Handaufzucht:
Der Leser merkt, dass der Verfasser eine kritische Haltung zu Handaufzuchten einnimmt. Wir wollen dieses Thema deshalb noch etwas vertiefen:

Junge Graupapageien

Mit der Hand aufgezogene Papageien verfügen natürlich nicht über die arteigenen, erlernten Verhaltensweisen - auch nicht über die negativen. Von den Verfechtern einer artgerechten Naturbrut werden sie deshalb häufig als "Verhaltenskrüppel" bezeichnet.

Handaufzuchten sind meistens sehr zahm, denn sie sehen den Menschen als Artgenossen an. Das kann natürlich lästig werden, wenn die Tiere geschlechtsreif werden (je nach Art mit 2 - 6 Jahren), denn auch in dieser Beziehung wird der Pfleger bzw. die Pflegerin als potentieller Sexpartner oder als Konkurrent angesehen und behandelt.

Eigentlich lassen sich Vögel nicht gerne anfassen - handaufgezogene Papageien haben damit kaum Probleme. Das ist von Vorteil, wenn man mit Ihnen zum Tierarzt muss.

Handaufgezogene Papageien kann man in der Wohnung frei fliegen bzw. klettern lassen und sie sind sehr verschmust. Aber manchmal eben auch sehr aggressiv - siehe oben. Sie werden selbst i.d.R. nicht brüten und eigene Junge aufziehen; gelegentlich aber "verlieren sie ein Ei", denn rein biologisch gesehen sind es ja weitgehend gesunde Tiere.

Verhaltensgestörter Hyazinth-Ara

Von den wichtigen arten- und tierschutzrechtlichen Aspekten abgesehen neigen Handaufzuchten eher dazu, sich zu höchst unangenehmen Schreiern zu entwickeln; auch Federrupfen ist bei diesen verhaltensgestörten Tieren leider nicht selten. Das Bild zeigt einen der seltenen Hyazintharas als Federrupfer.

 

Mehr über die Vor- und Nachteile der Handaufzucht von Papageien können Sie übrigens hier auf www.papageien.biz nachlesen.

Aus dem Vorgesagten wird deutlich, dass sich Handaufzuchten als Heimtier vielleicht sogar besser eignen, als natürlich erbrütete Exemplare. Ob aber so grosse Vögel überhaupt ins Wohnzimmer gehören, zumal, wenn sie seltenen, bestandsbedrohten Arten angehören, das ist sehr zweifelhaft.

Zur Haltung von Papageien als Heimtiere:

Werden Papageien innerhalb von Wohn- und Geschäftsräumen gehalten, kommen die Vorschriften bezüglich einer artgerechten Haltung - insbes. die Gehegegrösse - nicht zum Tragen.

Die Unterbringung erfolgt deshalb meistens in Ganzmetall-Käfigen, in denen das Futter gereicht wird und in die die Tiere nachts eingeschlossen werden. Den Vögeln muss dann aber unbedingt und so oft wie möglich die Gelegenheit gegeben werden, sich frei in der Wohnung zu bewegen.

Während Wellen- und auch noch Nymphensittiche tatsaächlich in der Wohnung etwas fliegen können, werden grössere Papageien nur ein wenig in der Wohnung umherhüpfen. Wenn es Handaufzuchten sind, beschäftigen sie sich aber sowieso nur mit dem Pfleger, der/ die als Artgenosse angesehen wird.

Man kann das Leid dieser Vögel etwas mindern, wenn man ihnen wenigstens einen Partner mit in den Käfig gibt, muss aber genau aufpassen, ob die Vögel sich verstehen: Handaufgezogene Papageien können im schlimmsten Fall mit einem anderen Papagei gar nicht soviel anfangen, weil sie auf Menschen geprägt sind.

Es ist sinnvoll, artgleiche Tiere zusammen zu halten, aber es ist nicht unbedingt nötig: Auch ein Papagei anderer Art kann die Einsamkeit eines Einzelvogels lindern. Allerdings sollte der Grössenunterschied nicht so erheblich sein.

Wichtig bei jeder Vogelhaltung, bei der Käfighaltung aber ganz besonders, ist es, den Tieren ausreichend Möglichkeiten zur Gefiederpflege zu geben. Papageien baden sehr gerne. Das Staubbad ist meistens kein Problem, aber mit Wasser ist es schwieriger:

In freier Wildbahn bevorzugen die meisten Papageienarten ein Bad im feuchten Laub der Bäume. Man kann das ein bisschen imitieren, indem man sie im Nebel einer Blumenspritzflasche baden lässt, wie man sie für die Pflege von Zimmerpflanzen verwendet.

Bitte bedenken Sie aber: Käfighaltung ist immer unwürdig und niemals artgerecht! Gönnen Sie den Tieren wenigstens eine artgerecht eingerichtete Gartenvoliere mit Schutzraum - das wird nicht nur den Vögeln gut tun, sondern Sie selbst werden auch mehr Freude an der Vogelhaltung haben.

   
   
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Die Angaben auf den Heimtierseiten.de sind sorgfältig recherchiert bzw. beruhen auf praktischen Erfahrungen des Verfassers. Trotzdem kann eine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben leider nicht übernommen werden.

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