Hier könnte auch Ihre Werbung stehen!

Start
Welches Tier
Tierportrait
Heim & Arzt
Tiermarkt
Ethik
Tierschutz
Erlebnisse
 

Schildkröten -

auch in Deutschland kommen welche in freier Natur vor!

Was finden wir eigentlich so faszinierend an Schildkröten? Sie sind nicht gerade kuschelig und auch nicht elegant.
Eine Rolle spielen dürfte ihre absolute Harmlosigkeit, auch laufen sie nicht weg und wenn doch, dann findet man sie meistens am nächsten Tag im Garten doch noch wieder. Sie sind eben - anspruchslos und deshalb ein prima Spielzeug. Unempfindlich, man kann sie auch mal fallen lassen - eben so gerade der richtige Erstkontakt mit Heimtieren für's Kleinkind.

Griechische Land-Schildkröte

Weit gefehlt! Wer so an Schildkröten rangeht, wird nicht viel Freude an ihnen haben. Leider ist das oben Geschriebene wirklich für viele Schildkröten-Besitzer das Hauptmotiv.
Ein häufiges Motiv, das die Kinder vorbringen, kann man noch eher verstehen: So eine Schildkröte, die wird "einem eher erlaubt" von den Eltern, eben weil ... siehe oben.

 

Tatsächlich sind Schildkröten keineswegs so unempfindlich, wie es zunächst scheint - sie sterben nur langsamer und unauffälliger! Sie sind - bei richtiger Haltung! - interessant und sie sind eine echte Antiquität: Diese Tiere haben schon die Erde bevölkert, als an Dinosaurier noch nicht zu denken war. Seit über 250 Millionen Jahren leben sie auf unserem Planeten - Dinos gab es erst vor etwa 235 Millionen Jahren und sie sind schon lange wieder ausgestorben. Die Schildkröte - ein Erfolgsmodell der Evolution!

Gibt es überhaupt eine zweite Tiergruppe, die bei der Haltung derart vergewaltigt wird, wie Schildkröten? Tausende und Abertausende der interessanten Reptilien werden Jahr für Jahr zu Tode gequält. Tatsächlich aber kann man sie gut halten, wenn ihre Ansprüche kennt und berücksichtigt.

Der Deutsche Tierschutzbund lehnt die Haltung von Reptilien und damit auch von Schildkröten in Privathaushalten übrigens generell ab ("Die Haltung von Reptilien im Privathaushalt wird grundsätzlich aus Tier- und Artenschutzgründen abgelehnt. Die Haltung dieser Wildtiere ist auf wissenschaftlich geführte Einrichtungen zu beschränken")

Haltungsbedingungen für Schildkröten:

Angeboten und gehalten werden Land- und Wasserschildkröten, in geringerem Masse auch Sumpfschildkröten.

Sumpfschildkröten

Die ans Wasser gebundenen Schildkröten werden im entsprechend eingerichteten Aquarium gehalten. Das mag bei ganz jungen Exemplaren ja noch halbwegs funktionieren; wenn sie grösser werden, geht das nicht. Die Tiere werden dann oft ausgesetzt (was verboten ist) oder im "besseren" Falle ins Tierheim gebracht.

Sumpfschildkröten kann man auch im Gartenteich halten, sofern er einen artgerechten Lebensraum bietet.

Die überwiegende Zahl in Menschenobhut gehaltener Schildkröten aber sind Landschildkröten; die folgenden Ausführungen beziehen sich deshalb zunächst nur auf diese.

Natürlich kann man Schildkröten im Terrarium halten - leider ist das aber alles andere, als "natürlich" im Sinne von artgerecht. Früher wurden Schildkröten auch freilaufend im Haus gehalten - auch das entspricht keineswegs den Bedürfnissen der Tiere.

Artgerecht gehaltene Schildkröten - und das heisst auch: ausreichend warm gehaltene Tiere - sind recht beweglich und unternehmen erstaunlich weite Ausflüge. Auch klettern Sie überraschend gut, was man beim Bau des Geheges bedenken sollte.

Sie brauchen Sonnen- und Schattenplätze. Akzeptabel ist deshalb eigentlich nur ein geräumiges Freigehege (der Platzbedarf hängt wesentlich von der Grösse und damit vom Alter und der Art ab; wir gehen weiter unten noch darauf ein) mit einem Warmraum für die oft ungemütlichen Tage. Gut ist dazu ein Gewächshaus, in dem Sie dann auch gleich das Futter für die ganze Familie einschliesslich der Schildkröten heranziehen können.

Artgerechte Haltung, das bedeutet: ein genügend grosses und ausreichend warmes Freigehege mit entsprechender Einrichtung (z.B. ein Becken mit immer völlig sauberem Wasser - sauber ist, was Sie auch selbst noch trinken würden!), abwechslungsreiche Ernährung und einen Partner.

Das Problem der ständigen Überforderung der Weibchen spielt bei vielen Tieren eine Rolle, die in Gehegen gehalten werden.

In grossen Tierhaltungen (z.B. in Zoos) trennt man die Tiere - auch nur die beste aller schlechten Lösungen. Da, wo das nicht gemacht wir und auch eine Sterilisation der Tiere nicht gewünscht wird, gibt es eine nicht endende Überforderung der Weibchen. Affen- und Löwenweibchen z.B. werden ständig vergewaltigt - die vielen Jungtiere sind also keineswegs ein Zeichen für besonderes Wohlbefinden dieser Arten.

Bei vielen Tieren - eigentlich müsste es bei allen der Fall sein - gehört zur artgerechten Haltung nicht nur ein Partner, sondern ein Geschlechtspartner.

Das ist bei Schildkröten so eine Sache, denn sie leben auch im grosszügigsten Gehege doch immer sehr beengt. Schildkrötenmännchen aber nehmen jede Gelegenheit war, das Weibchen zu begatten.

In freier Natur klappt das auch - man sieht sich ja nicht so oft und wenn das Weibchen nicht will, kann es sich zurückziehen.

Im Gehege hat es keine Chance zu entkommen und das Männchen wird es immer wieder bedrängen. Dies ist umso schlimmer, als das Weibchen im Gehege kaum die Möglichkeit zu einer ungestörten Eiablage hat.

Es ist deshalb besser, mehrere Weibchen zusammen zu halten. In so eine Gruppe kann man dann eventuell auch ein Männchen integrieren: Es hat mit den vielen Weibchen genug zu tun, ohne ein einzelnes Tier zu überfordern.

 

Welche Arten eignen sich als Heimtier am ehesten?

Im Handel werden mehrere Arten angeboten. Die meisten Schildkröten fallen unter die Artenschutzgesetzgebung und das bedeutet: Es dürfen nur Exemplare gehalten werden, die nachweislich in Menschenobhut geboren worden sind. Auf keinen Fall dürfen Sie aus dem Marokko-Urlaub einfach eine Schildkröte mitbringen. Nein, auch keine ganz kleine, die Sie in der Hosentasche durch den Zoll geschmuggelt haben.

Für den Anfänger - wir gehen davon aus, dass auch der Anfänger sich schon umfassende Kenntnisse über die gewünschten Arten erworben hat - kommen am ehesten die Arten der Gattung Testudo in Frage, vor allem die Maurische (Testudo graeca) und die Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni). Auch Testudo marginata, die Breitrandschildkröte gehört dazu, wird aber selten angeboten.

Pantherschildkröte (Geochelone pardalis)

Geochelone radiata, die wunderschöne Strahlenschildkröte, ist gelegentlich zu sehen. Sie hat ähnliche Ansprüche an ihr Gehege, wie die Testudo-Arten.

Die hier abgebildete Pantherschildkröte (Geochelone pardalis) wird auch ab und zu angeboten, wird aber sehr gross; Ihre Haltung sollte Kennern vorbehalten sein.

Der richtige Zeitpunkt für die Anschaffung einer Schildkröte ist übrigens das Frühjahr, wenn die Tiere aus der Winterstarre erwacht sind.

Beschaffenheit und Grösse des Freigeheges:

Ernsthafte Schildkrötenhalter rechnen als Platzbedarf für eine ausgewachsene Landschildkröte etwa 10 qm Grundbedarf und für jedes zusätzliche Tier weitere 5 qm. Damit kämen Sie bei 4 Tieren dann auf 25 qm. Das ist zumindest schon mal ein guter Ansatz, aber diese Grösse sollte nach Meinung des Verfassers auch nicht unterschritten werden.

Wir haben schon hingewiesen auf das beheizbare Schutzhaus und die Sonnenplätze. Obwohl es in unseren Breiten eher zu kalt ist für eine Freilandhaltung - vor allem die Testudo-Arten sind sehr wärmeliebend - müssen auch einige schattenspendende Pflanzen vorhanden sein.

Bei uns wird die optimale Haltungstemperatur von ca. 23 - 26°C nur im sommer und auch dann eher selten erreicht. Wichtig ist deshalb die Installation von Heizstrahlern, unter denen sich die Tiere dann von Zeit zu Zeit wieder aufheizen können. Diese Strahler dürfen gerne eine Temperatur von 38 - 40°C erreichen.

Ernährung:

Die genannten Arten ernähren sich vegetarisch. Wild wachsende Grünpflanzen wie Löwenzahn, gelegentlich Obst und Getreideprodukte sind die Hauptbestandteile beim Schildkrötenfutter. Käufliches Futter ist verzichtbar.

Zucht:

So ganz einfach ist die Zucht von Schildkröten bei uns in Deutschland nicht. Im Gehege muss dazu ein ganztägig beschienener (Sonnen- oder Kunstlicht) Erdhügel vorhanden sein, in dem die Weibchen ihre Eier ablegen. Wesentliche Voraussetzung für eine Reproduktion ist auch ein jahreszeitlicher Rythmus, der durch Lichtentzug und Temperaturabsenkung erreicht wird. Bei der Europäischen Landschildkröte ist auch die Winterruhe eine Voraussetzung, um Zuchterfolge zu erzielen.

Noch ein Hinweis:

Viele Schildkröten werden sehr gross und erreichen bei guter Pflege ein hohes Alter. 25 bis 50 Jahre sind bei Wasserschildkröten nicht ungewöhnlich; Landschildkröten werden noch viel älter. Die Tiere werden Sie also vermutlich ein ganzes Leben lang begleiten und sogar Ihre Erben können an ihnen noch Freude haben. Wenn die Erben sich denn für Schildkröten interessieren . . . Das sollte bei der Anschaffung von Schildkröten unbedingt bedacht werden

Wenn Sie mehr erfahren wollen über Schildkröten (Land-, Sumpf-, Wasser- und Meeresschildkröten als Wildtiere) möchten wir Sie auf unsere Seite www.schildkroeten.info verweisen.

Auch diese Seite über Schildkröten als Heimtiere werden wir noch ergänzen; bis zu ihrer Fertigstellung können wir Sie leider nur an unsere Werbepartner verweisen. Insbesondere dürfen Sie noch einen Beitrag zur Haltung von Wasser- und Sumpfschildkröten erwarten.

Für weitergehende Informationen über Schildkröten möchten wir Ihnen die Seite www.schildkroeten.info empfehlen

   

Die Angaben auf dieser WebSite sind nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit der Angaben kann jedoch nicht übernommen werden.

   
nach oben