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Scorpione sind giftig!

Skorpione sind giftig! Allerdings gibt es über die Giftigkeit sehr unterschiedliche Angaben - auch innerhalb der anerkannten Fachliteratur. Im Volksglauben wird die Gefährlicheit der Tiere wohl oft übertrieben: Bei den meisten Arten ist der Stich (im Gegensatz zu den Spinnentieren beißen Skorpione nicht, sondern sie stechen ihr Opfer) mit dem Stich einer Biene bzw. einer Hornisse (über deren Gefährlichkeit auch viel Unsinn verbreitet wird) zu vergleichen: Schmerzhaft, vielleicht auch sehr schmerzhaft, aber nur in seltenen Fällen lebensbedrohend.

Die Gefahr besteht wohl ganz wesentlich auch in psychischen Faktoren (Angstzustände, die zum Herzversagen führen können) und natürlich sind Menschen ernsthaft gefährdet, die an einer entsprechenden Allergie leiden (für diese Menschen können auch Bienenstiche tödlich sein.)

Andererseits ist es eine unbestreitbare Tatsache, dass jährlich deutlich über 1000 Menschen durch Scorpion-Stiche sterben - überwiegend in Mexiko, wo einige der giftigsten Arten leben und überwiegend Kleinkinder, die meinen, mit den Tieren spielen zu können ...

Die Kontroverse bezügl. der Giftigkeit von Skorpionstichen könnte evtl. durch neuere Forschungen gelöst werden, nach denen die Tiere zwei Arten Gift verwenden: Ein "Vorgift" für die leichten Fälle der Beute-Lähmung und ein starkes Gift, das das Tier ungerne einsetzt, weil es auch für den Skorpion selbst wohl sehr anstrengend und kräftezahrend ist, dieses Gift zu produzieren.

Sie sollten jedenfalls die Giftigkeit Ihrer Hausgenossen keineswegs unterschätzen: Auch die harmlosen Arten verursachen starke Schmerzen und es ist unbedingt zu empfehlen, den Stich ernst zu nehmen.

Symptome: Der Stich ist in der Regel wie bei einem Wespenstich sehr schmerzhaft, nachfolgend geschwollen und gerötet. Besonders bei Kindern kann es nachfolgend zu Übelkeit, Bauchkrämpfen und Erbrechen, zu Schweißausbruch und Kurzatmigkeit kommen. Auch verschwommenes Sehen und verwaschene Sprache sowie allgemeine Muskelkrämpfe werden beobachtet und gelegentlich eine allgemeine Unruhe (Sie kennen sicherlich de Redewendung, dass jemand "wie von der Tarantel gestochen" herumläuft.)

Als Erste Hilfe empfiehlt es sich, den Betroffenen zu beruhigen (damit durch seine Angst nicht lebensbedrohliche Kreislaufkomplikationen entstehen) und auch körperlich ruhig zu stellen. Wenn möglich, sollten Menschen, die sich mit Scorpionstichen nicht auskennen, einen Arzt aufsuchen.

Wer sich damit auskennt, kann durch die lokale (!) Behandlung mit Hitze (ca. 50°C und heisser, aber unbedingt natürlich Verbrennungen vermeiden) eine gute Wirkung erzielen. Man nimmt dazu heisses Wasser, Kompressen, Steine, Sand, Wärmebeutel, nicht jedoch Feuer(zeuge) oder Metallgegenstände.

Wenn möglich, sollten Sie den Skorpion fangen oder töten, um dem Arzt bessere Chancen zu geben, durch eine Artbestimmung des Tieres das richtige Gegengift zu finden.

Besser, als sich stechen lassen sind aber vorbeugende Überlegungen: Beim Camping in Skorpion-Gegenden muss man einfach mit ihnen rechnen! Sie greifen nicht von sich aus an, sondern werden immer versuchen, zu fliehen. Das ist aber nicht so einfach, wenn man im Schuh ein Nickerchen machen will und ein nackter Fuss droht, einen zu zerquetschen. Da würden Sie auch stechen!

Also: Kleidung und Schuhe vor dem Anziehen gründlich untersuchen und ausgeschütteln. Nicht auf das Tier schlagen, sondern es rasch mit der flachen Hand (oder dem Handy, das hat heutzutage ja jeder selbst in der Wildnis griffbereit) abstreifen. Das man in Skorpion-Gegenden nicht barfuss läuft und auch den Schlafsack (für alle Fälle bitte auch das Hotelbett, zumindest in der "Hütte am Strand") sorgfältig ausleuchtet, versteht sich wohl von selbst.

     
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