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Scorpione: Haltung

Da Skorpione zum Kannibalismus neigen, hält man sie meistens einzeln, eine Paarhaltung oder gar die Haltung in Gruppen ist nur anzuraten bei wirklich grossen Terrarien. (Ausserdem sollten Sie sie dann sehr gut füttern: Dadurch lässt der Drang zum Kannibalismus naturgemäss nach.)

Als Einzeltier aber stellt der Skorpion an die Ausmaße des Behältnisses nicht allzu grosse Ansprüche: 20x30 bei 20 cm Höhe gilt schon als ausreichend, aber ihr interessantes Wesen können sie in einem grösseren Behältnis von vielleicht einem Meter Länge sicherlich besser entfalten. Immerhin müssen sie dort ihr Leben lang aushalten, denn - im Unterschied z.B. zu Vogelspinnen wird man mit Skorpionen tunlichst nicht rumspielen und sie frei auf dem Körper hermlaufen lassen.

Skorpione sind giftig und sie sind wahre "Ausbruchskünstler". Bes. die sog. lithophilen Formen - also die Arten, die unter und zwischen Steinen leben - sind i.d.R. sehr flach gebaut und verstehen es ausgezeichnet, sich selbst durch schmalste Spalten zu zwängen.

Die Beschaffung ist relativ einfach, da zahlreiche Arten erfolgreich gezüchtet und im Handel angeboten werden. Es werden auch viele Wildfänge importiert; nur drei Arten - der Kaiserskorpion (Pandinus imperator) sowie Pandinus dictator und Pandinus gambiensis - unterliegen Exportkontrollen und dürfen nur eingeschänkt gehalten werden, weil sie im sog "Anhang II" des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens stehen. Alle anderen Arten sind völlig frei handelbar und Sie können sie im Urlaub sogar selbst fangen und mit nach Hause nehmen!

Das Terrarium sollte vielleicht nicht nur die Mindestbedürfnisse der Tiere erfüllen, sondern nach Möglichkeit auch ein wenig artgerecht eingerichtet sein und vielleicht auch noch freundlich aussehen und etwas "hermachen": Das ist in einem 20x30 cm Minigehege nicht zu erreichen: Auch das Einzeltier fühlt sich wohler, wenn es verschiedene Möglichkeiten vorfindet, sich zu verstecken oder auf Jagd zu gehen.

Geben Sie den Tieren ein Sand-Lehm-Gemisch ins Terrarium, das ein wenig die Form behält, wenn das Tier sich z.B. eine Höhle gräbt. Steine oder Rindenstücke kann man so aufbauen, dass der Betrachter evtl. von hinten in die Höhlungen 'reinsehen kann.

Um Milbenbefall u.ä. zu vermeiden, ist es übrigens sinnvoll, Äste, Wurzeln und Rinde vor dem Einsetzen ins Terrarium bei ca. 80°C für etwa eine Stunde in den Backofen zu legen: Dadurch werden die Kleinstlebewesen abgetötet und viele Krankheiten können vermieden werden.

Die Temperaturansprüche sind von Art zu Art verschieden: Genauere Infomationen bekommen Sie aber nicht nur bei erfahrenen Haltern der jeweiligen Art, sondern auch, indem Sie versuchen, etwas über das Freilandverhalten der Tiere zu erfahren (solche "Studien" machen die Haltung derartiger Tiere doch auch erst eigentlich interessant): Die meisten Skorpione leben in Klimazonen, an denen tagsüber oft über 30 Grad gemessen werden, die Nächte aber häufig recht kühl sind. Diese Temperatur-Absenkung während der Nacht tut auch unseren Exemplaren in Menschenobhut gut!

Ähnlich ist es mit dem Licht: Das Terrarium sollte nicht direkt beleuchtet sein: Die meisten Skorpione sind dämmerungsaktiv und bevorzugen Dämmerlicht.

Staunässe ist unbedingt zu vermeiden, da sie Milbenbefall Vorschub leistet. Bei einigen Arten (z.B. Pandinus-Arten) darf aber die Luftfeuchtigkeit relativ hoch sein, ca. 70% bei knapp 30° C.

Als Nahrung kann man Grillen empfehlen; Schaben werden auch gerne genommen, sind aber - wenn sie entkommen - im Haus noch wesentlich lästiger, als Grillen. Im Prinzip fressen die meisten Skorpione aber alles, was sie be- und überwältigen können: Andere Gliederfüßer und sogar kleinere Wirbeltiere (ca. 2 Tage alte Mäuse - noch nackt und blind - sind bes. lecker); dabei werden die grösseren Beutetiere durch eine Stich mit dem Stachel getötet.
Die Fütterungshäufigkeit und Futtermenge sollte der Fressbereitschaft der Tiere angepasst werden: Skorpione legen häufig längere (evtl. mehrwöchige) Fastenzeiten ein.

     
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