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Brütender Kanarienvogel

Aber auch der ganz normale Liebhaber möchte seine Tiere vielleicht 'mal vermehren. Deshalb bringen wir hier einige Grundlagen, die wir - wie alle Teile der Heimtierseiten.de - ständig ergänzen.

Zunächst eine Begriffsbestimmung:

Wenn wir hier von Zucht sprechen, dann meinen wir die Vermehrung von Vögeln in Menschenobhut. Wir meinen nicht die Herauszüchtung neuer Rassen, sondern einfach nur: Nest bauen und gesunde Jungtiere erbrüten lassen.

Die Vermehrung von Vögeln ist eigentlich schwieriger, als die von Säugetieren: Während Säugetiere nur zum Paarungsakt in Stimmung kommen müssen, bleiben Vögel über mehrere Wochen hinweg an das Nest gebunden. Sie müssen sich deshalb wirklich wohl und sicher fühlen.

Für die Zucht von Wildvögeln braucht man deshalb einige Erfahrung. Aber einige Arten haben sich in ihrem Verhalten von der Wildform schon sehr weit entfernt und brüten auch in Menschenobhut sehr leicht. Dazu gehören Kanarienvogel, Zebrafinken, Wellensittiche und Diamanttäubchen.

Alle diese Arten werden schon seit langer Zeit in Menschenobhut vermehrt, von allen gibt es auch zahlreiche Farbschläge und sie sind - so ungern wir das schreiben - allesamt ziemlich degeneriert. Der Vorteil für den Vogelhalter: Sie sind leicht zu halten und brüten auch leicht.

Auch die Zucht des Kanarienvogels ist relativ einfach:

Wenn der Käfig nicht zu klein ist - vielleicht sogar eine Zimmer- oder Gartenvoliere zur Verfügung steht - und Sie ein Pärchen (mehrere Weibchen sind okay, aber bitte immer nur ein Männchen!) halten, dann brauchen Sie zur richtigen Jahreszeit eigentlich nur ein Nistkörbchen (aus dem Zoofachhandel, bes. gut - weil leicht zu reinigen - sind die aus Metall) ins Gehege zu hängen und ein bisschen "Scharpie" (kurzgeschnittene Textilfaser-Reste), gerne auch etwas Heu oder Kokosfaser u.ä. zu reichen und das Weibchen wird in wenigen Tagen ein Nest gebaut haben.

In etwa zwei Wochen brütet sie die meist 4 bis 5 Eier aus; die Jungen werden dann noch gut 3 Wochen versorgt, sitzen aber meisten schon nach 14 Tagen im Käfig (und die Mutter evtl. wieder auf einem neuen Gelege.)

Die Jungen sollten von beiden Alttieren gefüttert werden; besonders erfolgreich werden Sie sein, wenn Sie den Eltern jetzt ein spezielles Aufzuchtfutter zubereiten: Ein hart gekochtes Ei wird durch ein grobes Sieb passiert und mit fein zerstoßenem (nicht in der Kaffeemühle staubfein mahlen!) Zwieback oder käuflichem Kanarienaufzuchtfutter zu einer lockeren zarten Speise gemischt. Ein wenig Kalk 'rübergestreut fördert die Knochenentwicklung.

Wichtig ist in dieser Zeit aber auch die Beigabe von Grünfutter. Am besten eignen sich für viele Arten milchreife Samen z.B. vom Löwenzahn: Geben Sie den Tieren täglich möglichst viele davon.

Unter milchreif versteht man, dass die Samen zwar schon vollständig ausgebildet sind, aber noch grün. Beim Löwenzahn sind es die geschlossenen abgeblüten Samenstände, also der Zustand zwischen Blüte und Pusteblume. Sie können Ihr Wohnzimmer besser vor den Resten schützen, indem Sie die späteren kleinen Fallschirme mit der Schere abschneiden und nur den Blütenboden in den Käfig geben.

Es gibt für Kanarienvögel keine bes. gesetzlichen Vorschriften einzuhalten, also keine Beringungs- oder Meldepflicht, so dass die Vermehrung von Kanaris eigentlich eine rundum angenehme Beschäftigung ist.

Über die Vermehrung anderer Vögel werden wir später an dieser Stelle berichten.

 
 

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